Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Freien Wähler,
die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die finanzielle Situation unserer Stadt deutlich ernster ist, als noch zu Jahresbeginn angenommen wurde. Vieles von dem, wovor wir bei den Haushaltsberatungen gewarnt haben, tritt nun leider ein.
Unsere Warnungen zum Haushalt bestätigen sich
Bereits bei den Haushaltsberatungen im Februar haben wir Freie Wähler vor einem aus unserer Sicht hoch risikobehafteten Haushalt gewarnt. Insbesondere die sehr optimistischen Einnahmeerwartungen bei der Gewerbesteuer haben wir kritisch gesehen.
Inzwischen zeigt sich leider, dass sich unsere Befürchtungen nicht nur bestätigt haben, sondern die Entwicklung sogar noch deutlich schlechter ausfällt als erwartet. Die Gewerbesteuereinnahmen sind massiv eingebrochen – in einer Größenordnung, die auch im Vergleich zu vielen Nachbarkommunen außergewöhnlich ist.
Während wir bei den Haushaltsberatungen noch von einer möglichen Finanzierungslücke von rund fünf Millionen Euro ausgegangen waren, stehen inzwischen Fehlbeträge von bis zu zwölf Millionen Euro im Raum.
Die Konsequenz ist klar: Die Stadt wird sparen müssen. Prioritäten müssen neu gesetzt werden. Nicht alles Wünschenswerte wird künftig finanzierbar sein.
Familien zahlen die Zeche
Die ersten Folgen dieser Entwicklung werden bereits sichtbar.
Der Zuschuss zum Deutschlandticket wird gestrichen. Förderprogramme für Photovoltaikanlagen, Lastenräder und weitere Maßnahmen werden beendet.
Gleichzeitig wurde im Sozialausschuss eine Erhöhung der Kindergartengebühren um 5 Prozent beschlossen. Wir Freie Wähler haben gemeinsam mit SPD und Grünen dafür gekämpft, den bestehenden Stadtratsbeschluss einzuhalten und die Gebühren lediglich entsprechend der allgemeinen Preissteigerung um 2,2 Prozent anzupassen. Leider ohne Erfolg.
Dabei möchten wir ausdrücklich betonen: Auch wir wissen, dass angesichts der finanziellen Lage gespart werden muss. Viele Einsparungen bei freiwilligen Leistungen tragen wir deshalb mit.
Wenn aber Familien direkt betroffen sind, halten wir ein anderes Vorgehen für richtig. Für viele Eltern stellt sich ganz konkret die Frage, ob die steigenden Betreuungskosten noch bezahlbar sind. Gerade für Familien mit mittleren Einkommen machen solche Entscheidungen einen spürbaren Unterschied.
Wir hätten uns deshalb gewünscht, dass die Stadt zumindest bei den Familien zu ihrem eigenen Beschluss steht und die Gebühren nur im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung anpasst.
Ferienpass: Die Prioritäten passen nicht zusammen
Besonders kritisch sehen wir deshalb die gleichzeitig laufenden Überlegungen zur Einführung eines Ferienpasses.
Vorweg: Natürlich freuen wir uns über attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche. Daran gibt es keinen Zweifel.
Was wir jedoch nicht nachvollziehen können, ist die Reihenfolge der Prioritäten.
Auf der einen Seite werden Gersthofer Familien stärker belastet. Zuschüsse werden gestrichen. Förderprogramme werden beendet. Kindergartengebühren steigen deutlich.
Auf der anderen Seite soll ein neues Angebot geschaffen werden, das rechtlich gar nicht auf Gersthofer Kinder beschränkt werden kann. Ein Ferienpass müsste allen Kindern offenstehen, unabhängig vom Wohnort.
Mit anderen Worten: Während wir Leistungen für unsere eigenen Bürgerinnen und Bürger zurückfahren, würden gleichzeitig neue freiwillige Leistungen geschaffen, die auch Kindern aus dem gesamten Umland zugutekommen.
Diese Logik erschließt sich uns nicht.
Wenn die finanzielle Lage so angespannt ist, wie aktuell dargestellt wird, dann sollte aus unserer Sicht zuerst an die eigenen Bürgerinnen und Bürger gedacht werden. Gerade Familien in Gersthofen hätten es verdient, von zusätzlichen Belastungen verschont zu bleiben.
Zukunft unserer Bäder auf der Tagesordnung
Bereits am kommenden Donnerstag beschäftigt sich der Werkausschuss unter anderem mit der Zukunft unserer Bäder.
Auch hier wird die finanzielle Situation der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Die anstehenden Entscheidungen werden richtungsweisend für die kommenden Jahre sein. Über die Ergebnisse berichten wir selbstverständlich im nächsten Rundbrief.
Bauausschuss: Wohnraum und Sportanlagen
Im Bauausschuss vom 20. Mai wurden mehrere Bauvorhaben beraten und beschlossen. Außerdem erhielt der CSC Batzenhofen-Hirblingen die Zustimmung für die Erweiterung seiner Tennisanlage um ein weiteres Padelfeld.
Am kommenden Mittwoch tagt bereits der nächste Bauausschuss. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Bauanträge künftig direkt durch die Verwaltung bearbeitet werden können und welche weiterhin dem Bauausschuss vorgelegt werden sollen.
Sicherheitsbericht: Gersthofen bleibt sichere Stadt
Erfreuliche Nachrichten gab es durch den Sicherheitsbericht der Polizei. Insgesamt bleibt Gersthofen eine sichere Stadt. Besonders positiv ist die rückläufige Entwicklung bei Gewalt- und Straßenkriminalität.
Nachdenklich stimmt allerdings die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen. Hier stieg die Zahl innerhalb eines Jahres von 10 auf 19 Fälle nahezu auf das Doppelte an. Nach Einschätzung der Polizei dürfte dabei auch die günstige Verkehrsanbindung über die Autobahn eine Rolle spielen.
Unser herzlicher Dank gilt allen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten für ihren täglichen Einsatz.
Politischer Austausch im Rathaus
Kommunalpolitik lebt vom Austausch. Deshalb möchten wir künftig regelmäßig mit Euch ins Gespräch kommen.
Wir laden herzlich ein zu unserem ersten
**Politischen Austausch**
📅 Dienstag, 23. Juni 2026
🕢 19:30 Uhr
📍 Rathaus Gersthofen
Wir berichten über aktuelle Themen aus Stadt- und Kreispolitik, geben Einblicke in die Arbeit im Stadtrat und freuen uns vor allem auf Eure Fragen, Ideen und Anregungen.
Welche Themen bewegen Euch? Wo drückt der Schuh? Welche Anliegen sollen wir für Euch in den Stadtrat tragen?
Wir freuen uns auf einen offenen und konstruktiven Austausch.
Helferfest am 21. Juni
Als Dankeschön für die Unterstützung bei Wahlkampf, Veranstaltungen und vielen Aktionen laden wir herzlich zu unserem Helferfest ein:
📅 Sonntag, 21. Juni 2026
🕚 ab 11:00 Uhr
📍 Hasenheim
Über Salate, Kuchen oder Nachspeisen freuen wir uns sehr. Zur besseren Planung bitten wir um kurze Anmeldung bei Brigitte Grohmann.
Wir freuen uns auf einen schönen gemeinsamen Tag mit Euch.

Die nächste Stadtratssitzung findet am 24. Juni 2026 statt.
Wir halten Euch über die weiteren Entwicklungen wie immer auf dem Laufenden.
Empfehlt unseren Rundbrief auch gerne weiter – auf unserer Homepage besteht die Möglichkeit, sich unkompliziert dafür anzumelden.
Herzliche Grüße
Eure Melanie Schappin
und die Freien Wähler Gersthofen