Die Fraktion der Freien Wähler Gersthofen hat ihre Haushaltsanträge für das Jahr 2026 eingereicht. Im Mittelpunkt stehen konkrete Verbesserungen für ortsansässige Vereine, der Einsatz moderner Verwaltungsstrukturen sowie sinnvolle Maßnahmen zur Förderung von Mobilität, Sicherheit und bürgerschaftlichem Engagement.

Ein Schwerpunkt ist die Entlastung ortsansässiger Vereine bei der Nutzung der Stadthalle und der Mehrzweckhalle in Batzenhofen. Die Freien Wähler sprechen sich für eine Überarbeitung der Gebührenordnung aus, um regelmäßige kulturelle und ehrenamtliche Veranstaltungen auf eine tragfähige Basis zu stellen.

„Unsere Vereine leisten einen unschätzbaren Beitrag für das Miteinander in Gersthofen“, betont Vereinsvorständevorsitzender Arne Ziessow. „Die Kol-la ist eine traditionsreiche Veranstaltung mit Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus. Solche Formate müssen auch künftig möglich bleiben – organisatorisch und finanziell“, unterstreicht Fraktionsvorsitzende Melanie Schappin.

Ebenfalls beantragt wird die Einrichtung einer Hundewiese, zum Beispiel im Bereich zwischen Thyssenstraße und dem neuen Multifunktionsplatz. Ziel ist ein sicherer Auslaufbereich für Hunde, der gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen schützt, die derzeit zunehmend durch Betreten oder Hinterlassenschaften im Anbau geschädigt werden. Eine gut erreichbare, umzäunte Wiese könnte hier zur Entspannung beitragen.

Im Bereich der Verwaltungsorganisation setzen sich die Freien Wähler für die Einführung eines digitalen Sitzungsdienstes ein. Ziel ist es, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und insbesondere regelmäßige Überstunden in den Abendstunden zu vermeiden.

Zur Stärkung des örtlichen Katastrophenschutzes fordern die Freien Wähler eine Kostenbeteiligung an 50 Feldbetten für die BRK-Bereitschaft Gersthofen. Diese sollen im Ernstfall – etwa bei Hochwasser oder Evakuierungen – kurzfristig zur Verfügung stehen.

Brigitte Grohmann, Stadträtin, verweist auf die Bedeutung solcher Ausstattung: „Hier geht es um ganz praktische Vorsorge, die uns im Ernstfall sehr helfen kann – direkt vor Ort.“

Auch die Wasserwacht am Freibad Gerfriedswelle soll unterstützt werden: Die derzeitige kleine Räumlichkeit auf dem Gelände reicht nicht aus, um Material und Fahrzeuge sinnvoll unterzubringen. Die Fraktion schlägt daher eine Containerlösung vor.

Simon Drüssler, Stadtrat und im regelmäßigen Austausch mit der Wasserwacht, betont: „Die Wasserwacht sorgt an vielen Tagen im Sommer dafür, dass das Freibad überhaupt geöffnet werden kann. Für diesen Einsatz braucht es eine angemessene und funktionale Ausstattung.“

Ein weiterer Antrag betrifft die Anbindung und Erschließung des Kirchweihgeländes. Bereits im vergangenen Jahr wurde dazu ein Antrag gestellt, der bisher noch nicht bearbeitet wurde. Die Freien Wähler fordern eine verlässliche ÖPNV-Anbindung auch in den Abendstunden, damit Besucher nach Veranstaltungsende sicher in die Stadt, in die Ortsteile oder zum Bahnhof gelangen. Zudem soll der Fußweg von der Thyssenstraße zum Festplatz beleuchtet werden. Melanie Schappin erinnert in Ihrer Funktion als Marktreferentin, dass diese Punkte zuletzt auch in der Schaustellerversammlung als deutlich verbesserungswürdig angesprochen wurden. Dort wurde die schlechte Erreichbarkeit der Festfläche mittels öffentlicher Verkehrsmittel, sowie die fehlende Beleuchtung des Fußwegs von den Schaustellern thematisiert.

Mit ihren Haushaltsanträgen wollen die Freien Wähler gezielt Bereiche stärken, in denen bürgerschaftliches Engagement und städtische Verantwortung Hand in Hand gehen: von fairen Bedingungen für ortsansässige Vereine über moderne Lösungen in der Verwaltung bis hin zu konkreten Verbesserungen bei Sicherheit, Infrastruktur und Katastrophenschutz.

 

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